#reactionTok; Projekt-Start
Jugendliche stärken, Nachrichtenkompetenz fördern – Dank an die Christoph Merian Stiftung
Ich freue mich sehr, euch heute unser Projekt #reactionTok vorzustellen – ein Herzensprojekt, das ohne die grosszügige Unterstützung der Christoph Merian Stiftung nicht möglich wäre.
Möchtest du diese Informationen lieber hören? Oder als Video?:
https://podcast.redenuebermedien.ch/episode/mit-jugendlichen-ueber-tiktok-s-reden
Warum #reactionTok?
Jugendliche und junge Erwachsene informieren sich über TikTok, Instagram und andere soziale Medien, dabei sind sie mit ungefilterten Informationen, Fake News und gezielter Manipulation konfrontiert. Studien zeigen, dass gerade bei Jugendlichen die Nachrichtenkompetenz abnimmt – sie werden anfälliger für Desinformation und fühlen sich oft überfordert. Meinungsbildung geschieht seit Jahren zu einem gewichtigen Teil über algorithmisch kuratierte Kurzvideos und Jugendliche werden dabei meist (noch) alleine gelassen. Hier setzt unser Projekt an: Wir wollen Jugendliche dabei unterstützen, ihre Mediennutzung kritisch zu reflektieren und darüber mit Erwachsenen ins Gespräch zu kommen.
Was machen wir bei #reactionTok?
In Workshops, die wir gemeinsam mit Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit durchführen, schaffen wir einen sicheren Raum für Austausch und Reflexion. Jugendliche bringen ihre eigenen TikTok-Videos mit, wir reagieren darauf (Reaction 😉 ) und holen die Expertise der Jugendlichen zu ihrer Lebenswelt ab. Wir analysieren und diskutieren über Inhalte, Kulturtechniken und Ästhetiken, Manipulationstechniken und gesellschaftliche Themen. Gestützt auf das „5A-Modell“(Mihailidis, 2019) üben wir, die vielfältigen Bedeutungsschichten der Videoinhalte zu durchdringen. Im kreativen Teil werden eigene Videos produziert, Audiostatements aufgenommen oder spontane Reactions präsentiert.
Was ist das Besondere an #reactionTok?
Lebensweltorientierung: Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen und ihre individuellen Erfahrungen mit digitalen Medien. Die Themen und Inhalte der Workshops werden direkt aus ihrer Lebenswelt aufgegriffen, sodass sie sich aktiv einbringen und wiederfinden können. Dadurch entsteht eine hohe Relevanz und Motivation, sich kritisch mit Medien auseinanderzusetzen
Vielfalt der Arbeitssettings: #reactionTok ist flexibel und wird in unterschiedlichen pädagogischen Kontexten ausprobiert – von der offenen Jugendarbeit über schulische Projekte bis hin zu sozialpädagogischen Einrichtungen. Wir nehmen uns die Zeit, um das Angebot der verschiedenen Settings anzupassen. So können wir auf die jeweiligen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen vor Ort eingehen und eine breite und vielfältige Zielgruppe.
Einbezug der Fachkräfte: Ein zentrales Element ist die enge Zusammenarbeit mit den Fachkräften vor Ort. Sie werden aktiv in die Planung und Durchführung der Workshops eingebunden, bringen ihre Expertise ein und profitieren gleichzeitig von neuen Impulsen für ihre medienpädagogische Arbeit. So entsteht ein nachhaltiger Wissenstransfer, der auch nach Projektende wirkt. Dank der Unterstützung durch die Christoph Merian Stiftung haben wir den Raum für Feedbacks und laufende Anpassungen
Nachhaltigkeit und Wirkung
#reactionTok ist so konzipiert, dass die Workshops auch nach Projektende von den Einrichtungen eigenständig weitergeführt werden können. Wir dokumentieren die Erfahrungen, bereiten sie als Blog und Podcastbeiträge auf und stellen Materialien für die Jugendarbeit zur Verfügung. So möchten wir langfristig dazu beitragen, dass Jugendliche informierter, resilienter und diskursfähiger werden – und dass Fachkräfte und Familien Werkzeuge an die Hand bekommen, um sie auf diesem Weg zu begleiten.
Ein grosses Dankeschön!
An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bei der Christoph Merian Stiftung bedanken. Durch ihre Förderung haben wir die Möglichkeit, das Projekt zu entwickeln, auszuprobieren und weiterzugeben. Ihr Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Bildung macht einen echten Unterschied – für uns, für die Jugendlichen und für die Zukunft der Medienkompetenz in unserer Region.

Danke an die Projektpartner (Stand Juni)
Danke, dass ihr an unsere Idee glaubt und uns ermöglicht, gemeinsam mit Jugendlichen neue Wege in der Medienbildung zu gehen!
Ihr wollt mehr wissen, eigene Erfahrungen teilen oder das Projekt an eurer Einrichtung umsetzen? Meldet euch gerne bei mir – ich freue mich auf den Austausch.
Laurent
Reden über Medien
Mihailidis, P. (2019). Media Literacy and the Emerging Citizen: Youth, Engagement and Participation in Digital Culture. Boston / Salzburg: Emerson College, Boston, MA, USA /Salzburg Academy on Media and Global Change, Salzburg, Austria. Verfügbar unter: https://www.researchgate.net/publication/330888821_Media_Literacy_and_the_Emerging_Citizen_Youth_Engagement_and_Participation_in_Digital_Culture/figures?lo=1


