Warum es wichtig ist, über Medien zu reden

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Warum es wichtig ist, über Medien zu reden

Juli 11, 2024 Aktuell Blog Medienerziehung 0

Einblicke aus der aktuellen Studie des JFF München 2024

In einer zunehmend digitalen Welt ist es wichtig, dass wir als Erwachsene über die Mediennutzung unserer Kinder sprechen. Die Monitoring-Studie des Projekts „ACT ON! aktiv + selbstbestimmt ONLINE“ zeigt deutlich, warum der Austausch über Medien so wichtig ist. Hier einige Gründe, die durch die Ergebnisse der Studie untermauert werden:

Verständnis und Beziehung

Es ist wichtig zu wissen, was Kinder tun, um ihnen ein Gegenüber zu sein und mit ihnen in Beziehung zu treten. Kinder möchten uns oft zeigen, was sie in Spielen oder anderen Medien gemacht haben, und sie möchten sich mit Erwachsenen austauschen. Die Studie zeigt, dass viele Kinder und Jugendliche aktiv soziale Medien wie YouTube, TikTok, Snapchat und Instagram nutzen, um sich auszudrücken und mit anderen in Kontakt zu treten. Ein Mädchen sagte: „YouTube ist sehr nützlich, wenn man nicht genau weiss, wie es geht. Dann kannst du dir ein Video anschauen, eine Anleitung oder so etwas“.

Sensibilisierung für reale Risiken

    Ebenso wichtig ist es, die tatsächlichen Risiken der Mediennutzung zu erkennen. Uninformierte Entscheidungen, die durch Schlagworte oder einseitige Medienberichte beeinflusst sind, können zu Fehlentscheidungen führen.

    Dies führt auch zu widersprüchlichen Regeln. Beispiele dafür sind, dass sich manche Eltern wohler fühlen, wenn ihre Kinder TV-schauen anstatt Games zu spielen oder ihren Kindern verbieten, bestimmte Spiele zu spielen, ihnen aber gleichzeitig erlauben, Videos zu diesen Spielen anzuschauen. Oder TikTok wird verboten, aber das Kind darf sich „shorts“ auf YouTube ansehen. Solche inkonsistenten Regeln können für Kinder verwirrend sein und zu Unverständnis und Frustration führen. Wenn Eltern die Risiken der Mediennutzung nicht verstehen oder sich widersprüchlich verhalten, verlieren sie das Vertrauen der Kinder und erschweren den Aufbau einer konstruktiven Medienerziehung.

    Positive Seiten der Mediennutzung erkennen

    Die positiven Seiten der Mediennutzung zu erkennen, hilft nicht nur den Kindern, sondern stärkt auch unsere Beziehung zu ihnen. Indem wir die positiven Aspekte fördern, unterstützen wir eine gesunde Mediennutzung. Kinder und Jugendliche schätzen an sozialen Medien und Spielen nicht nur Unterhaltung, sondern auch Lernmöglichkeiten und kreative Ausdrucksformen. So nutzte ein Mädchen YouTube, um Dinge zu lernen, die in der Schule nicht vermittelt wurden: „Da denke ich mir, wieso haben wir das nicht so gelernt? Das [ist] doch viel einfacher, wie es da beschrieben wird.“

    Die Rolle der Erwachsenen

      Wir müssen unsere Rolle als Erwachsene wahrnehmen. Je weniger wir wissen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir falsche/missverständliche/schwammige Entscheidungen treffen oder diese den Kindern überlassen. Die Studie zeigt, dass viele Kinder glauben, dass ihre Eltern wenig über die Apps und Spiele wissen, die sie nutzen. Ein Viertel der Kinder glaubt nicht, dass ihre Eltern über diese Angebote Bescheid wissen. Dieses mangelnde Wissen kann dazu führen, das Eltern zu strenge oder unsystematische Regeln aufstellen, die die Kinder nicht nachvollziehen können.

      Begründete Entscheidungen

        Unsere Entscheidungen sollten wir begründen und nachvollziehbar erklären können. Inkonsequentes oder verwirrendes Verhalten entsteht, wenn wir dies nicht können. Kinder lernen nur, wenn sie die Gründe hinter den Regeln verstehen. „Schutz“ wird so zu einer Teamarbeit, die als bereichernd empfunden wird. Kinder akzeptieren Regeln eher, wenn sie diese verstehen und wissen, dass diese ihrem Schutz dienen.

        Austausch und Klärung von Missverständnissen

          Durch Austausch werden wir nachvollziehbar und Missverständnisse können geklärt werden. Der Austausch mit Kindern über ihre (und unsere) Mediennutzung kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden und klare, konsistente Regeln aufzustellen. Kinder wünschen sich mehr Dialog und Interesse der Eltern an ihrer Mediennutzung. Dieser Austausch sollte auch positive Aspekte und ein Wohlwollen gegenüber den Bedürfnissen der Kinder beinhalten. Denn wir wollen nicht die in der Studie beschriebene Situation, dass manche Kinder den Austausch fürchten, weil daraus eine stärkere Kontrolle resultieren könnte, und deshalb lieber „unter dem elterlichen Radar“ agieren.

          Schlussfolgerung

          Der Report zeigt, dass der Dialog über Mediennutzung nicht nur notwendig, sondern auch bereichernd für die Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen ist. Indem wir uns informieren, die positiven Aspekte erkennen und eine offene Kommunikation pflegen, können wir eine gesunde und sichere Mediennutzung fördern. Es liegt an uns, die Medienkompetenz unserer Kinder zu unterstützen und ihnen gleichzeitig den notwendigen Schutz zu bieten.

          https://www.linkedin.com/pulse/warum-es-wichtig-ist-%25C3%25BCber-medien-zu-reden-laurent-sedano-abwyc

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