Technostress- wenn Technologie zuviel wird

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Technostress- wenn Technologie zuviel wird

Juli 11, 2024 Podcast 0

In dem Masse, wie Technologie in unserem Arbeits- und auch Privatleben präsenter wird, kann man beobachten, dass gewisse Menschen gestresst auf diese reagieren. Wir befassen uns zunächst mit dem Phänomen des „Stress“ und der komplexen Wechselwirkung zwischen Stresssituationen und den Menschen, die sie erleben. Dabei werfen wir auch einen Blick auf Technostress im Arbeitsleben und diskutieren, warum es schwieriger ist, Technostress im Privatleben festzustellen. Über diesen Link könnt ihr ohne Abo oder Anmeldung einen Kommentar oder sonstigen Beitrag hinterlassen: https://findmind.ch/c/fFKX-MsL2 Und hier einen Kaffee spendieren: https://www.buymeacoffee.com/LaurNetz

Transskript.

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In dem Maße, wie Technologien in unserer Arbeit und auch in unserem Privatleben präsenter werden, kann man beobachten, dass gewisse Menschen gestresst auf diese reagieren, den sogenannten Technostress. Wir befassen uns zuallererst mit dem Phänomen Stress und damit, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Stresssituationen und den Menschen, die sie erleben, ist. Wir schauen uns auch an, wie sich Technostress im Arbeitsleben manifestieren kann und warum es viel schwieriger ist, diesen im Privatleben festzumachen. Die Forschungen zu Technostress im Privatleben nehmen vor allem die Nutzung von Social Media ins Visier. Daher werfen wir gegen Ende des Videos auch einen Blick in diese Richtung. Denn wie wir wissen, setzen die Betreiberinnen der großen Plattformen immense Ressourcen dafür ein, unsere Aufmerksamkeit zu fangen und auf ihren Plattformen zu behalten. Zweitausendein. Darum werfe ich einen Blick auch darauf, wie sich die Algorithmen in den letzten Jahren verändert haben.

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Sind wir den Maschinen einfach ausgeliefert oder zwingen wir ihnen mit unserem Verhalten unseren Willen auf? Vor allem alltagssprachlich wird der Begriff häufig verwendet. So sind wir an einfache Deutungen gewohnt, die sich bei einer etwas bewussteren Reflexion als komplex herausstellen. Dieser Umstand wird ersichtlich, wenn wir uns folgendes Beispiel vorstellen zwei Personen bekommen zukünftig den Auftrag, die wichtigsten Aspekte ihrer Alltagsarbeit der gesamten Belegschaft zu kommunizieren. Du kannst dir jetzt selbst überlegen, was diese Vorgabe für dich bedeuten würde. Die einen von uns würden sich sehr gestresst fühlen, weil sie Mühe damit haben, sich an große Gruppen zu wenden oder diese Filterfunktion wahrzunehmen, die alltägliche Arbeit in wichtiger und weniger wichtige Faktoren zu unterteilen. Eine andere Person wird sich vielleicht angespart fühlen durch diesen Auftrag, weil gerade ihre Stärken da liegen, die Arbeit gut darzustellen, vor Personen zu reden und sie einen Gewinn bezieht daraus vor Gruppen reden zu können. Mit diesem Beispiel möchte ich zeigen, wie ein Stress da zwei total verschiedene Reaktionen auslösen kann.

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Die eine Reaktion nennt man Ölstress, also eine Form von Stress, die als Herausforderung wahrgenommen zweitausendein wird, die so ausgedeutet werden kann, dass sie produktivitätssteigernd wirkt und motivierend. Auf der anderen Seite kann ein Stressor als Distress wahrgenommen werden, also das, was wir im Allgemeinsprachlichen als Stress bezeichnen würden. Die Person kann nicht gut damit umgehen, sie wird gestresst. Das bringt uns schon mal zur ersten ob ein Stressor zu Östress oder Distress führt, hängt einerseits davon ab, auf welche Ressourcen, Fähigkeiten und Voraussetzungen einer Person zugreifen kann. Andererseits spielt es aber auch eine Rolle, ob die Person in ihrer momentanen Verfassung auf diese Ressourcen zugreifen kann. Der Technostress im Bereich des Berufslebens ist am besten erforscht. Dazu eine erste Definition allgemein beschreibt also Technostress einen durch die Nutzung neuer Technologien hergerufener Zustand, der sowohl psychologische als auch körperliche Reaktionen auslösen kann. Zweitausendein dabei wird angenommen, dass dieses Stressempfinden seinen Ursprung vor allem in einer kognitiven Überlastung hat.

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Dieser Overload entsteht genau dann, wenn ein Nutzer oder eine Nutzerin mit mehr Input konfrontiert ist, als er sie effizient verarbeiten oder funktional für sich nutzen kann bzw. Wenn die Anforderungen einer Technologie die von ihm ihr wahrgenommene Leistungsfähigkeit übersteigt und es ihm ihr schwerfällt, damit umzugehen. Dabei wird angenommen, dass dieser Zustand zu weiteren negativen Konsequenzen führen kann, wie z.B. erschöpfung oder Kummer. Technostress im Berufsleben kann sich auf vier verschiedene Arten zeigen. Einerseits wird der System Future Overload beschieben, also die Technologie oder neue Technologie wird von der Funktion her als überfordernd zweitausendein wahrgenommen. Es kann sein, dass immer wieder Updates kommen, dass diese nicht richtig funktionieren, man nicht mehr nachkommt, vielleicht neue Tools in der Arbeit einzusetzen und diese werden einfach als viel zu komplex wahrgenommen, als dass sie noch effizient genutzt werden könnten. Dann gibt es den Information Overload.

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Dieses Gefühl entsteht, wenn man mit mehr Informationen konfrontiert wird oder mehr Informationen ausgesetzt ist, aufnehmen kann einerseits oder auch einfach effektiv verarbeiten kann. Dann gibt es den Aspekt Communication Overload. Das betrifft die Konfrontation mit einer großen Menge an Nachrichten oder auch über verschiedene, die über verschiedene Kanäle reinkommen und man diesen Kommunikationsanfragen nicht mehr nachkommen kann und so die eigene Kapazität mit diesen Nachrichten umzugehen zu einer Überforderung führt. Dann unterscheidet man auch noch den Source Social Overload. Daraus gibt es wie zwei Unterkategorien. Der eine Aspekt von Social Overload meint so das Gefühl, allzu oft um Hilfe und Unterstützung gebeten zu werden. Der andere Teil betont das Gefühl, sich häufig um die Belange von anderen Personen zu kümmern. Natürlich gibt es auch hier diese zwei Seiten des Technostress, also des Techno Östress und des Techno Distress.

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Der Technologie Ölstress würde sich hier also auf eine Person beziehen, die sich motiviert fühlt durch die Fülle von Nachrichten oder das Einführen eines neuen Tools. Vielleicht kann diese Person diese Veränderungen auf irgendeiner Ebene brauchen, um persönlich davon zu profitieren. Und der Technologiestress zeigt sich da, wo eine Person mit diesen Technologien und mit diesen Nachrichten oder mit diesen sozialen Folgen, die diese Technologien mit sich bringt, nicht mehr umgehen kann und sie sich überfordert fühlt. Dem folgenden widmen wir uns vor allem zu dieser negativen Seite, wo diese Stressoren als Distress wahrgenommen werden. Dieser Distress kann dazu führen, dass Mitarbeiter überfordert sind, dass sie sich ständig überlastet fühlen, mit der Arbeit nicht mehr nachkommen und sie entwickeln mit der Zeit Stress und Verzweiflung. Das kann dazu führen, dass die Produktivität einbricht und die Leistung nicht mehr gebracht werden kann. Zweitausendein und längerfristig kann dies auch einfluss auf gesundheitliche Aspekte haben. Was alles hat also einen Einfluss, wie wir auf Stressoren reagieren?

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Einerseits sind da die Big Five genannt. Dabei geht es um Hauptdimensionen der Persönlichkeit wieder Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, dem Neurotizismus und der Offenheit für neue Erfahrungen. Der nächste Punkt ist etwas, das man Locus of Control nennt oder auf Deutsch könnte man da sagen die Selbstentwicksamkeit. Denn Locus of Control beschreibt die individuelle Überzeugung, ob Ereignisse durch persönliche Handlungen und Entscheidung oder äußere Faktoren beeinflusst werden. Wenn man also dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit hat, dann wirkt das weniger gestresst, wie man das Gefühl hat, man sei der Spielball von außen. Dann hat ein Einfluss niedriger Selbstwert und IT bezogene Achtsamkeit, also ob man mit den Entscheidungen wie man IT achtsam umgeht oder nicht. Ein weiterer Einflussfaktoren ist ein Thema, das wir auch schon behandelt haben, das Fear of missing out. Und nicht zuletzt ist zu erwähnen, dass die IT Selbstwirksamkeit auch einen Einfluss hat, wie man stresstechnologische Stressoren wahrnimmt.

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Also hat man ein gewisses Selbstvertrauen, die IT oder technische Mittel im Griff zu haben, oder ist man von Anfang an schon skeptisch und hat Angst davor, was da kommt. Und insgesamt muss man aber sagen, dass die Forschung bezüglich dieser Zusammenhänge noch nicht sehr weit ist. Es wäre also wünschenswert, gerade wenn man bedenkt, wie die Rolle dieser Technologien in unserem Berufsleben wie auch in unserem Privatleben steigt, da immer noch mehr Wissen zu bekommen. Und trotzdem möchte ich auf einzelne Punkte eingehen, wo man gewisse Erkenntnisse, Hinweise hat, ob sie eben helfen oder nicht. Dazu benutzen wir das Beispiel Information Overload, also die Überforderung, die entstehen kann, wenn man mit zu vielen Informationen konfrontiert wird. Was nicht hilft, ist die Fähigkeit, Inhalte kritisch zu reflektieren und zu analysieren. Allgemein das, was man als Internetnutzungskompetenz oder Medienkompetenz bezeichnet. Was auch nicht hilft, ist eine technische Expertise.

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Und was auch nicht hilft, was sogar einen negativen Einfluss von Faktoren hat, wenn man so eine produktive und interaktive Kompetenz hat, also sehr gerne interagiert und Informationen sucht und gerne mit diesen hantiert. Und all die jetzt aufgehe helfen nicht wirklich mit den Stressoren umzugehen. Was aber hilft, und das finde ich das spannende an diesem Punkt sind eigentlich Kompetenzen oder Fähigkeiten, die mit Internet oder Medien gar nicht so viel zu tun haben. Nämlich mit einer allgemeinen Reflexionsfähigkeit über das eigene Verhalten, über eine Selbstregulierungskompetenz, ein Gefühl einer höheren Selbstwirksamkeit und natürlich auch einer höheren kognitiven Belastungsfähigkeit. Für mich spannend zu sehen ist, dass der Umgang mit Technostress hier viel mit Selbstkompetenzen zu tun hat als mit dem, was wir als Medienkompetenzen bezeichnen würden. Nun widmen wir uns jetzt dem Privatbereich. Als Stressor wird hier vor allem der Einfluss von Social Media Inhalten untersucht. Da hat man auch festgestellt, dass es eine Überlastung geben kann, die zu einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand führen, zu einem höheren Stresslevel, dass viele Menschen sagen, dass sie keine Zeit mehr haben für kontemplative Aktivitäten und eine gewisse Leistungseinstufe in Schule und Beruf festgestellt werden kann.

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Im Privatleben gelten vor allem der Information Overload, der Communication Overload und der System Futures Overload. Anders als im Berufsleben können Personen im Privatleben größtenteils selbst entscheiden, ob, welche und wie lange sie Technologie nutzen und wie sie darauf reagieren. Im Arbeitsleben kann man nicht selber entscheiden, ein Gerät wegzulegen. Im Privatleben kann man das aber tun. Daher unterscheiden sich auch die Folgen im Vergleich zu Technostress im Arbeitsleben. Ein Unterschied in diesen Folgen ist, dass Nutzer und Nutzerinnen ein Gefühl von regreat, also von bedauern fühlen. Wird auf diese nicht reagiert, kann daraus so eine Erschöpfung oder eine Fatigue resultieren. Und dazu dieses spannende diese mentalen Zustände können wiederum dazu führen, dass Personen die Nutzung von sozialen Medien reduzieren oder gar vollständig einstellen.

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Diese Erkenntnisse stammen aus Studien, die sie vor allem auf die Nutzung von Facebook in den Jahren um 2010 untersucht haben. Damals drehten sich diese Beobachtungen um den Newsfeed von Facebook, der zu dieser Zeit für einiges an Wirbel sorgte. Natürlich stellen sich bei den oberen Erkenntnissen auch folgende Userinnen, die aus Überforderung auf die Nutzung von Social Media plötzlich darauf verzichten. Wie reagieren Social Media Plattformen auf ein solches Verhalten? Wie passt das zu einem Wissen, dass Plattformbetreiber innen allmächtige Algorithmen einsetzen und um unsere Aufmerksamkeit zu fangen? Also lasst uns einen Blick auf die Algorithmen werfen, oder? Eine andere Möglichkeit wäre, diese kleine Unterbrechung zu nutzen, um mal alle Geräte abzuschalten und dich einer kontemplativen Tätigkeit zu widmen. Wenn du dann wieder bereit und aufnahmefähig bist, widme dich zweitausendein dem zweiten Video.

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