Grundschulkinder und digitale Medien (06 – 10 Jahre)

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Grundschulkinder und digitale Medien (06 – 10 Jahre)

Juli 11, 2024 Podcast 0

In dieser Episode spreche ich über den Übergang vom Kindergarten zur Primarschule und das Grundschulalter von 7 bis 10 Jahren. Die Kinder entwickeln ihre feinmotorischen Fähigkeiten weiter und ihre Neugier für die Medienwelt steigt. Im Grundschulalter lernen die Kinder dann grundlegende Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen und den Umgang mit digitalen Medien. Diese Zeit ist geprägt von wachsender Selbstständigkeit und der Entwicklung von Freundschaftskonzepten. Sie beginnen, komplexe Spiele zu spielen und ihre Fähigkeit, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen, wächst. Sollen Schulen und Kindergärten medienfreien Räumen sein? Oder eine wesentliche Rolle in der Medienbildung spielen? 

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00:00 Einführung

01:10 Thema

02:00 Entwicklung 5-6

03:43 Kognitive Entwicklungen

05:00 Ironie und andere Feinheiten der Sprache

06:20 Sozial-emotionale Entwicklung

08:00 Bindung und die Lust zu lernen

08:50 Mediennutzung

10:00 Kita und Kindergarten Medien-frei?

14:00 Entwicklung 7 – 10

16:18 Sozial-emotionale Entwicklungen

18:21 Spielen, Games und Gruppendynamiken

20:00 Theory of Mind

22:34 Mediennutzung

23:12 Werte in Filmen/Videos

23:40 Mediennutzung verselbstständigt sich

26:00 Prävention in der Schule

27:00 Mediennutzung wird schwierig zu organisieren

28:00 Freizeitanbieter haben auch eine Aufgabe

28:54 Tipp zur Organisation: der Mediennutzungsvertrag

32:00 Abschluss

Transskript

00:00:00
Reden über Medien. Der Podcast bietet Informationen, Diskussionen, Einschätzungen, Positionen zu Themen rund um Mediendigitalität, immer im Kontext von Kindern und Jugendlichen. Ich spreche über Themen wie Medienerziehung, Medienbildung und die zunehmende Durchdringung digitaler Medien in Arbeitsfeldern per Sozial. Dieser Podcast ist für dich, wenn du in deinem Alltag mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitest oder mit ihnen zusammen lebstausend, kommst du sicher in die Situation, dass du mit ihrer Mediennutzung konfrontiert wirst. Vielleicht bekommst du auch ein Spiegel zurück über deine eigene Mediennutzung.

00:00:42
Du hast dich da auch entschieden, nicht einfach nur Zaungast zu sein, sondern so.

00:00:47
Dieses viel besprochene Kinder und Jugendliche begleitet in der Mediennutzung auch wirklich ernst zu nehmen und suchst einen Ort, der dir hilft, dieses Begleiten zu reflektieren. Tipps, was denn das bedeuten könnte.

00:01:07
Willkommen zu dieser nächsten Folge von Reden über Medien. Ich denke, es gibt ein bisschen eine lange Folge, weil ich so zwei Altersspannen zusammennehmen möchte. Die eine Altersspanne ist das fünfte, sechste Lebensjahr, also der Übergang vom Kindergarten in die Primarschule und dann im im zweiten Teil, der ein bisschen länger ist, wird es dann darum gehen, die Altersspanne von sieben bis 10, also die Grundschule zu besprechen. Ja, wir werden natürlich wieder ganz viel über Entwicklung reden und ja, ich werde eigentlich gar nicht allzu viel sagen, außer vielleicht seid dabei beim freien Reden über Medien. Die Webseite steht, ist verlinkt unten. Wir freuen uns, dass du genau du Mitglied wirst bei uns im Verein. Ja, so viel zum Einstieg und dann möchten wir jetzt eigentlich gerade anfangen mit dem ersten Thema. Wir sind jetzt bei den fünf Sechsjährigen.

00:02:16
Also das ist der Übergang zwischen dem Kindergarten und der Primarschule. In dieser Phase gehen natürlich so all diese Entwicklungen weiter, die wir schon in dem letzten Podcast beschrieben haben. Die Feinmotorik der Kinder wird immer besser. Sie werden immer mehr fähig, auch feinmotorische Sachen zu lösen oder sich damit zu beschäftigen, so ein bisschen die fummenigen Sachen aufzumachen. Sie finden es immer spannender, auch dann mit Bleistift und beim Zeichnen da auch genauer zu werden, also nicht mehr einfach über die Ränder rauszumalen. Zweitausendein und auf der Verständnisebene wird es auch immer so, dass sie größere Zusammenhänge verstehen und verstehen wollen. Sie werden sich immer mehr Informationen einholen, eben auch über die Medienwelt, also wie diese funktioniert, was den Eltern da genau machen. Sie lassen sich nicht mehr einfach abspeisen, es sind einfachen Antworten.

00:03:26
So auf der Ebene des Gedächtnis oder der kognitiven Entwicklung entwickeln sich zwei Sachen in diesem Altersbereich. Das eine ist so die innere Fähigkeit, neues Wissen durch Wiederholung von dem einen Gedächtnis in das andere zu bringen. Man nennt das den Reahalprozess. Das ist ein automatischer Prozess, der abläuft, wenn wir eine Information bekommen und den behalten wollen, dann wiederholen wir den im Inneren, so dass er eben vom einen, dass wir ihn dann eben behalten können. Und auf der anderen Seite lässt sich dann bei Kindern auch gut, auch gut nachvollziehen, wie sie anfangen, Begriff auf einer eher taxonomischen Ebene zu ordnen. Also das heißt, wenn sie irgendwie Bilder haben, die Katze schläft auf einer Wolldecke und der Hund schläft in einer Hütte, dann machen kleine Kinder eher so die Verbindung Hund Hütte, Katz Decke. Und was dann Kinder anfangen im Gedächtnis beim Älterwerden zu machen, ist zu erkennen, Moment, hier, Tier, das gehört eigentlich zusammen und Decke und Haus, das gehört zusammen. Das sind so die Umgebungssachen.

00:04:50
Und so werden Kinder auch immer mehr fähig, größere Konzepte zu verstehen. Man merkt das darin, dass das Antworten auf ihre Fragen ein bisschen schwieriger ist, wo sie vielleicht früher einfach aha gesagt haben und da konnte man eigentlich irgendwie auch noch so diese Zauberwelt, sag ich mal, ins Gespräch bringen bei einer Antwort. Und das ist dann einfach so. Und das wird jetzt in diesem Alter immer schwieriger, weil sie eben erkennen, dass das eine mit dem anderen vielleicht gar nichts zu tun hat. Und dann wollen sie es genau wissen und genau wissen und genau wissen. Die Kinder fangen auch Nuancen der Sprache besser zu verstehen, also so gewisse Ironie, dass man gewisse Sachen ja, das ist gelogen oder das ist gelogen, aber es ist offensichtlich gelogen. Ÿousand kann man also als Stilmittel brauchen. Sie fangen solche Stilmittel auch an zu hinterfragen und so die Feinheiten der Sprache dann auch zu verstehen und langsam aber sicher auch anzuwenden.

00:06:06
Und sie fangen auch an, auf der Ebene des Sozialen, also jetzt sind wir hier dann eher auf so dieser gefühls und sozialen Ebene, auch hier anzuforschen, was bedeutet es denn, ein Junge zu sein oder ein Mädchen zu sein oder halt eben irgendwo dazwischen zu sein? Was bedeutet es eigentlich, Freunde zu haben oder befreundet zu sein? Ist das etwas anderes, wenn man erwachsen ist, wenn man Freund und Freundin ist? Sie fangen an, eben diese Konzepte zu verstehen und wollen da natürlich ganz viel wissen. Da kommen die Kinder auch dann vielleicht so mit ersten Sinnfragen. Also warum, ja, warum passiert das so und wieso machen wir das so? Und das sind so ein bisschen vielleicht diese never ending Frage und Antwort Geschichten, die sie kennen, wo Kinder einen an den Rand eigentlich auch ein bisschen bringen von der eigenen Fähigkeit, Sachen zu beantworten, weil sie den Sinn dahinter begreifen wollen, also die Bedeutung auch dieser Tätigkeiten die wir machen oder eben dieser Punkt, wo sie jetzt im Moment gerade nachfragen. Die Kinder sind in diesem Alter auch von Natur aus neugierig.

00:07:28
Sie wollen wissen, sie wollen lernen, sie wollen verstehen, warum die Welt funktioniert. Was man da auch ein bisschen sehen muss, ist, dass es eine große, einen großen Zusammenhang zwischen einer positiven Selbstwahrnehmung gibt und der Lust, neue Sachen zu entdecken. Ja, und da schließt sich auch ein bisschen der Kreis zu diesen Bindungsgeschichten, die wir im letzten Podcast gehabt haben. Also den Einfluss, den es hat, dass das Kind sich sicher fühlt. Das fühlt sich sicher darin, neue Spiele auszuprobieren, nachzufragen und Sachen so genau nachzufragen, wie es das eben eigentlich wissen will. Und da bilden sich eigentlich dann schon so die ersten, da bilden sich dann schon so die ersten Neigungen dazu, ob man ein Mensch wird, der sich interessiert für die Sachen, der Selbstmotivation auch aufbringen kann, der sich dann eben auch traut, Neues entdecken. Weil Neues zu entdecken birgt natürlich je nach Umfeld auch immer so das Risiko, gemaßregelt zu werden oder irgendwie korrigiert zu werden. In Bezug auf die Mediennutzung wird natürlich in diesem Alter vor allem die Nutzung von Spielen oder von Videos, Hörspielen, solchen Sachen wichtig.

00:08:59
Also wo die, also die Kinder werden ja auch wie jetzt auch fähig, längere Filme zu verfolgen oder auch Spiele zu machen, die mehr Aufwand brauchen, als so eine kleine Aufgabe zu lösen. Was aber sicher noch nicht da ist, ist das Verständnis für die Verlinkungen, die hinter den Spielen bestehen. Also das halt eben, also das betrifft auch ein bisschen die Medienzeit, dass die Sachen da zusammenhängen, dass man da drauf schauen muss. Sie verstehen auch nicht die Fülle von Informationen, die im Internet quasi zur Verfügung stehen. Also das Kind ist überfordert damit, auf YouTube die ganze Fülle von Filmen anzuschauen und sich da für etwas zu entscheiden. Da braucht es extrem gute Begleitung, um da zu finden, was man möchte. Und ich möchte hier noch auf einen Punkt sprechen kommen, den ich es ein bisschen schwierig finde und das wird auch in der Expertise an dieser Stelle auch hervorgehoben. Und ich denke, das ist wie ein wichtiger Punkt, das zur Sprache zu bringen.

00:10:17
Also wir sind jetzt in einem Altersbereich, wo jugendliche Kinder sich dem Thema immer mehr zuwenden. Und wir haben die Situation, dass in den Einrichtungen, sei es jetzt Tagesstätter, Kinderkrippen oder Kindergarten, da wie noch ganz viel Wert darauf gelegt wird, dass das ein medienfreier Raum ist. Das wird nicht nur von den Pädagogen und Pädagoginnen so eingefordert oder eingerichtet, sondern oft sind das auch Eltern, die die Forderung haben, wenn sie da in der Schule sind, dann sollen sie eben ohne Bildschirm quasi zustande kommen. Und aus medienpädagogischer Sicht oder aus Mädchenbildungssicht hat die Schule, also der Kindergarten bestimmt, aber auch die Kinderkrippen, ein Stück weit auch eine erzieherische Aufgabe, den Kindern eine gewisse Orientierung zu geben, wie man mit digitalen Mitteln umgeht. Zweitausendein. Und wir erinnern uns jetzt auch wieder, ich sage es jetzt vielleicht nochmal für die, die den letzten Podcasts nicht mitgehört haben, es geht nicht darum, mit den Kindern noch mehr Medienzeit zu haben und irgendwelche Tätigkeiten, die für sie wichtig sind, auf dem Tablet zu machen, aber Möglichkeiten zu schaffen, in denen die Kinder mit der Medienwelt, die sie umgibt und die sie ja jetzt schon sehr schon, sehr bewusst wahrnehmen, mit dieser umgehen zu können. Also es braucht Einordnung, es braucht bei vielen Kindern auch einfach einen Input, dass es da noch etwas anderes gibt. Wir denken hier vielleicht an Kinder, deren Zugang zu Mädchen nur über den Konsum läuft, also Filmchen schauen, die sollen die Möglichkeit auch haben, kennenzulernen, was kann man mit Medien sonst noch machen und wie macht man es denn richtig?

00:12:13
Das bedingt natürlich, dass das ÿousand pädagogische Personal darin geschult ist und da auch dieses richtige und kreative Umgehen mit den Medien auch vorleben kann. Also nochmal, es braucht Einordnung und es braucht Unterstützung, denn Schule und diese Orte haben ja wie so auch eine ausgleichende Aufgabe, also so ein bisschen die Sachen aufzufangen, die zu Hause vielleicht nicht ganz so gut geleistet werden können, weil vielleicht das Wissen fehlt oder die Ressourcen fehlt, das zu machen und es bei gewissen Themen auch einfach gut ist, wenn mal einer externen Person das gleiche Thema auch nochmal anspricht und so dieses status quo, wo Eltern eigentlich Visa beanspruchen, dass der Ort, wo eigentlich Medienbildung stattfinden sollte, möglichst medienfrei sein soll, weil die Kinder ja in der Freizeit, wenn sie bei den Eltern sind, ja sowieso schon genug quasi Medien konsumieren. Also es sollte nicht sein, dass die Schule das ausgleichen müssen, was die Eltern nicht machen. Also es sollte eigentlich wie auf beiden Seiten funktionieren. Also wir werden nachher, wenn wir ins Schulalter kommen, werden wir auf diese Punkte auch nochmal zu sprechen kommen. Also wer hat welche Aufgabe? Grundsätzlich würde ich sagen, Wertevermittlung und Erziehung ist die Aufgabe von zu Hause und dass die Medienbildung, das Vermitteln von Wissen, das alles ansprechen auf einer möglichst wissenschaftlich fundierten Mittellinie. Dies ist die Aufgabe von der Schule oder auch schon vom Kindergarten.

00:14:01
Nun machen wir ein bisschen ein größerer Schritt. Der nächste Schritt geht dann so ins Alter, Grundschulalter, das fängt mit dem siebten Altersjahr auf und hört so bei 1011 auf und nun sind unsere Kinder definitiv im Grundschulalter angelangt. Das erste Jahr der Primarschule ist vorbei. Die Kinder sind jetzt an dem Punkt, wo sie alle grundlegenden Kulturtechniken erlernen sollen. Sie müssen lesen lernen, rechnen lernen, schreiben lernen und eben auch die Diskussion, ob sie den Umgang mit digitalen Medien, mit dem Computer erlernen sollen. Dieser Übertritt in die Schule ist. Und der Übertritt in die Schule hat auch weitere Aspekte. Kinder müssen damit klarkommen, von ihren Eltern länger getrennt zu sein.

00:15:04
Ganze merken eventuell. Manchmal gibt es auch diese Ÿousand Angebote, die über den Mittag sind. Kinder müssen sich daran gewöhnen, den Schulweg alleine zu bewältigen. Sie müssen auch so dieses. Ja, sie haben niemanden mehr, der ihnen hilft, auf die Toilette zu gehen. Sie haben niemanden mehr, der ihnen hilft, die Schuhe zu binden. Also die Selbstständigkeit ist ein ganz großer Punkt. Und die meisten Kinder genießen das auch sehr, dieses Gefühl, sich ein bisschen anzunähern.

00:15:40
Sie sind nicht mehr die kleinen mit den Windeln, sie sind jetzt die so langsam dazugehören zu dieser Erwachsenenwelt, also diesem Zielzustand des Erwachsenseins. Kinder genießen es in dieser Zeit Aufgaben zu bekommen, diese Aufgaben auch gut zu machen. Die stehen auch ganz so darauf, diesen Wettbewerb zu machen. Wer ist der Erste, wer ist der Schnellste? Sie lassen sich da auch gut noch manipulieren. Sie sind ja trotzdem auch noch bisschen Kinder. So ein gut aufgebauter Wettbewerb lässt Kinder vieles machen, was sie sonst nicht tun würden. Auf der anderen Seite geht es auch auf der persönlichen Ebene, weil die Freundschaften werden immer mehr zu Konstrukten, hinter denen auch Ideen stehen.

00:16:32
Es gibt nicht nur. Es gibt die besten zweitausendein Freunde, die beste Freundin. Es kommen Vorstellungen rein, was man dann macht und wie man sich zu verhalten hat, wenn man beste Freunde hat. Es wird da also auch ein bisschen komplizierter, weil sie ausprobieren müssen, wie Beziehungen gestaltet werden können. Es wird auf der einen Seite mehr ausgewählt und auf der anderen Seite Seite ist dieses Auswählen natürlich eben halt auch mit schwierigen Themen in Verbindung. Also dieses Ausschließen und schließt man jetzt jemand? Was ist die Grenze von ausschließen? Hat man einfach nicht Lust, mit jemandem etwas zu machen oder schließt man ihn aus irgendwelchen anderen Gründen ab?

00:17:18
Und es ist ja auch ein bisschen das Alter, wo das anfängt, so mobbing Geschichten sich zu entwickeln, also so Konflikte zu haben als Gruppe mit anderen Mitgliedern, die Erwachsenen eine Rolle übernehmen in der Moderation solcher Konflikte. In diesem Alter entwickeln Kinder auch so dieses Bedürfnis, einer Beschäftigung nachzugehen, einem Hobby nachzugehen. Einerseits auf der Ebene von, dass sie sich für ein Thema interessieren, wo sie mehr wissen wollen, dass sie sich vielleicht einem Fußballclub anschließen, wo sie da Fans sein wollen oder also die ersten Musikstars oder YouTube Stars, die auftauchen, wo man so anfängt, denen zu folgen, weil die eine gewisse Anziehung ausüben. Es entwickelt sich auch ein anderes Verständnis von Spiel. Die Kinder lernen Spiele mit vielen Regeln zu spielen, die also Spaß machen, weil man vielleicht etwas nicht direkt einholen kann. Zweitausendein, das betrifft natürlich auch ganz viel elektronisches Spiel, also Games, die sie kennenlernen, die dann eben auch anfangen attraktiv zu werden, weil die anderen in der Klasse diese Spiele spielen. Also Klassendynamiken sind auch ein großes Thema, das in diesem Alter aufkommt. Plötzlich muss man anfangen zu diskutieren, ob man eben diese Klamotten haben kann, weil alle anderen die haben, oder ob man dieses Spielzeug haben kann, das alle die anderen haben.

00:19:04
Also da fängt so das, was bei den Teenagern dann schon so diese Gruppenbildung ist und diese Identitätsbildung, das fängt in der Primarschule natürlich schon an. Es ist da auf dieser Stufe sind so diese Identifikationsgeschichten, also dass man da eben zu der einen Gruppe dazugehören möchte oder nicht. Noch nicht so stark, weil die Kinder ja auch nicht so autonom sind, wie wenn sie jugendlich sind. Es passiert immer noch viel im Kontakt mit den Eltern oder auch in der Rückmeldung von den Eltern. In diesem Alter lassen sich Kinder auch von den Eltern noch sagen, ein bisschen, was gut ist, was schlecht ist, auf was man sich so achten kann. Aber der Anfang, der liegt da. Der Samen von dieser eigenen Persönlichkeit, die sich dann irgendwie für Sachen interessiert und sich dann auch sehr abgrenzt von den Eltern, wenn sie jugendlich sind. Das beginnt in diesem Primarschulalter.

00:20:05
Etwas weiteres, was sich die Kinder entwickeln, ist, was sich auch perfektioniert, ist diese Theory of Mind, diese Vorstellung, dass die Perspektive, oder nein, das Bewusstwerden der Vorstellung, dass die Perspektive der anderen Person eigentlich eine völlig andere ist. Also das Wahrnehmen der anderen Person als Ÿousand, eine ganz andere Person. Und nehmen wir das Beispiel ihrer Ironie. Da muss ich ja wenn ich einfach da vorne ausgehe, es gibt so diese Wahrheit, die ich sage, und die andere Person hat dann wahrscheinlich die gleiche, dann funktioniert die Ironie nicht. Wenn ich aber weiß, dass die andere Person mich auch wahrnimmt und auch eine Intention hat, die vielleicht anders ist als meine, dann kann ich zweitausendein mir vorstellen, dass diese offensichtliche Lüge dann eben auch so ankommt, wie ich es erwarte. Das zeigt sich dann auch in so Beispielen, wo die Kinder einem vielleicht etwas erklären und man hat da spannende Untersuchungen gemacht und gemerkt, dass halt bei den jüngeren Kindern, also wenn sie etwas erklären und man ich verstehe das nicht, dann wiederholen sie einfach die gleiche Erklärung zweitausendein nochmal und ein Primarschulkind wird eine andere Erklärung geben. Also wenn man ich habe das nicht verstanden, wird es versuchen, die Erklärung anzupassen und sie wird dann auch vielleicht einer erwachsenen Person eine Sache anders erklären wie einem anderen Kind, weil es sich in die Perspektive der anderen Person hineinversetzt. Und das ist z.B.

00:21:48
ein großer Gewinn bei dieser Geschwisterfrage, also dass das eine Geschwister schon älter ist, das andere ist noch jünger und die schauen halt zum Teil dann und welche Filme schaut man dann? Und man weiß in dieser Situation auch, dass die älteren Kinder ein sehr guter Wegweiser order Filmerklärer sind für die kleineren Kinder, weil sie sich da eben noch besser reinversetzen können, weil sie die Fähigkeit eben schon haben, die Perspektive anzupassen und die Inhalte dann so den Kindern zu erklären, den kleinen Kindern zu erklären, dass sie sie auch verstehen. Und dieses Wissen übertragen Kinder dann auch auf das, was sie in Medien sehen. Also sie können jetzt bewusst wahrnehmen, dass gewisse Situationen extra für den Film oder für die Serie quasi so inszeniert wurden und dann in dem Sinne also auch abstrahieren zweitausendein können, ob das, was da im Film passiert, ob das Wirklichkeit ist oder einfach nur eine Geschichte. Sie werden auch dann empfänglich für so unterschwellige Botschaften, die mit den Fernsehinhalten weitergegeben werden. Also wenn sie Filme schauen, wo so Werte eine wichtige Rolle spielen, dass man füreinander schaut, in der Expertise wird Beispiel der Bill Cosby Show vorgezeigt, wo ja dann irgendwie viel sich unterhalten wird, wie man etwas macht, warum man etwas macht. Und es sind so dieses propere Vorleben eines guten Familienlebens, dass das eine Wirkung hat auf die Kinder. Also sie fangen solche Sachen an abzuschauen, an zu reflektieren und dann je nachdem in ihr Leben aufzunehmen.

00:23:40
Mit dem Erlernen vom Lesen werden sie dann natürlich auch in der Nutzung digitaler Geräte immer selbstständiger. Sie entdecken jetzt nun also selber neue Funktionen oder bekommen die von Freunden gezeigt und das ist jetzt nun so der Punkt, wo Eltern wahrscheinlich am ehesten erleben. Und mit dieser Fähigkeit auch diese Medien selbstständig zu nutzen, kommt natürlich dann auch so die Kombination mit vielen anderen Aspekten, die in dem Alter wichtig sind, dazu. Also wenn sie ein Hobby entwickeln oder eben Fan werden von einem Club, dann wissen sie auch, dass sie über das Internet mit dem Gerät mehr Informationen finden können. Am Anfang brauchen sie dann natürlich noch Unterstützung von erwachsenen Personen, am besten lernen sie das in der Schule, wie das geht. Und sie merken jetzt schon, was passiert. Wir kommen in dieser Zeit an den Punkt, wo für die Eltern so der erste Moment wahrscheinlich kommt, wo sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Weil bei den kleineren Kindern war ja alles noch in Begleitung mit den Eltern.

00:24:57
Und wenn die Eltern das Natha hervorgeholt haben, und da gab es auch natürlich so hervorgeholt haben, dann hat man den Film geschaut, vielleicht hat man zusammen mal etwas recherchiert und dann war es. Und jetzt kommen diese verschiedenen Aspekte. Wir haben die Unterhaltung, wir haben das Informationen suchen, dann kommen vielleicht erste Gruppenkoordinationssachen. Also dann braucht das Kind irgendwie in einem Klassenchat und muss vielleicht Hausaufgaben koordinieren und vom Fußball etwas koordinieren und irgendwie von der Tanzstunde etwas koordinieren. Und dann ist man vielleicht noch irgendwie in einer Party oder einer Jungski oder so etwas. Und da kommt dann noch irgendwie eine Gruppe dazu. Und so finden sich jetzt diese verschiedenen Nutzungen, die vielleicht nur ganz einzeln stattgefunden haben, plötzlich eben auf diesem einen Gerät zusammen. Und plötzlich merkt man, dass man viel mehr Zeit auf dem Gerät verbringt, wie man sich das eigentlich gewünscht hat.

00:26:01
Und so ist es auch nicht zu verwundern, dass viele Interventionen, die in Stulen stattfinden oder die von Schulsozialarbeitern gemacht werden, ebenso in diesem Alter ansetzen, irgendwo zwischen acht, neun, 10. Da werden die Fragen drängender. Und da kommt dann lustigerweise auch in dem Moment, werden sich Eltern bewusst, dass die Schule da eine Aufgabe hat und wünschen sich von der Schule da gewisse Aktionen. Und sie merken, ich plädiere da natürlich irgendwie darauf, dass man das eben schon früher anfängt, um sich eben schon auch in frühen Jahren gewisse Sachen anzugewöhnen und bewusst zu werden, auf die man dann später zugreifen kann. Ja, und so sind wir jetzt in der ersten Situation angelangt, wo die vordringlichste Sorge von Eltern nicht mehr unbedingt ist, dass dem Kind was passiert. Das geht natürlich nie ganz weg, sondern jetzt kommen wirklich auch so diese organisatorischen Gedanken dazu. Wie organisiert man diese Mediennutzung, damit sie eben so in dem Rahmen stattfindet, wo wir sie als Eltern unterstützen können. Ja, und so ist diese schwierige Aufgabe in der Mitte, wo das Kind sich befindet, wo die Familie sich befindet, eben all diese Bedürfnisse auszugleichen.

00:27:30
Und man vergisst es ja noch schnell. Und dieser Podcast richtet sich ja auch nicht nur an Eltern, sondern auch an Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, sei es in der offenen Kinder und Jugendarbeit, sei es in Betreuungsstrukturen, sei es aber auch in z.B. vereinen oder anderen Freizeitangeboten eben, jetzt sind wir wieder bei den Vatis z.b. dass die sich auch bewusst werden, wie wichtig ihr Beitrag ist, wie sie auch Möglichkeiten haben, schon früh medienbilderisch aktiv zu sein, indem sie ihre Kommunikation eben klar formulieren, indem gewisse Abmachungen gemacht werden. Und genau auf diesen Abmachungen möchte ich noch so den letzten Tipp geben. Ich werde in der nächsten Podcast Folge wieder so diese Mediensituationen machen. Also ich versuche da zweitausendein so ein bisschen bildhaft Situationen rauszunehmen, zu denen ich etwas sage. Also es gibt da auch schon gewisse Beiträge.

00:28:35
Z.B. mein Kind bei Besuch bei Freunden, das ist ein gutes Beispiel. Da kommen auch verschiedene Beispiele vor, die so in diesem Alter zwischen ebenso sieben und 1011 Jahren aktuell sind. Mein konkreter Tipp jetzt, um sie nicht, um dich auch nicht einfach so leer da zu lassen, ist der Tipp des Mediennutzungsvertrag. Mediennutzungsvertrag de das ist ein Angebot, bei dem man eben das machen kann. Da gibt es ganz viele Beispiele, woher Mediennutzungsansprüche kommen könnten und man kann abmachen, welche diese Ansprüche man regeln möchte. Also man kann einen Minimalvertrag machen, der geht dann nur ums Gamen oder man nimmt eben viele Aspekte dazu und kann dann eine Vereinbarung machen. Denn das Wichtigste ist und das wird der Ausgangspunkt sein vom nächsten Podcast, ist, dass wir die Kinder darin begleiten, diese Regelungen selber machen zu können, als sich bewusst zu werden, wie sich Sachen einschleichen, sich bewusst zu werden, wie man sich Sachen bewusst machen kann, wie man sie beurteilen kann und wie man auf eine gute Weise Regeln entwickeln kann, mit diesen umzugehen.

00:30:09
Und der Mediennutzungsvertrag ist da ein ganz gutes Werkzeug. Ich erlebe das immer wieder, Eltern sich das angucken und dann oh nein, ich mache jetzt doch keinen Vertrag mit meinem Kind, weil es hat so das Bild von etwas sehr Formalem und man ist dann irgendwie so streng und festgeschrieben und man denkt da vielleicht eben auch zu stark aus der Perspektive von Erwachsenen. Für die sind ja Verträge oft vielleicht etwas Unangenehmes, weil da muss man sich festlegen auf irgendetwas und es dient aber dem Kind, weil es wirklich sieht, um was es geht. Es geht nichts verloren. Die Abmachung ist auch da festgeschrieben und der Mediennutzungsvertrag ist auch so aufgebaut, dass man den immer wieder aktualisieren kann. Also es wird, glaube ich, je nach Alto wird das auch so empfohlen, dass man all drei Monate oder all sechs Monate quasi diese Regeln über. Also das soll etwas sein, dass das Gespräch unterstützt und vielleicht auch das Gespräch abbricht an gewissen Punkten. Weil man sagen kann, jetzt haben wir gestern abgemacht und das zählt jetzt so.

00:31:22
Also das soll auch einem dann ersparen, quasi ermüdende, ständig wiederholende Diskussionen zu führen und dann aber wie auch klar geregelt zu haben, wann führt man dann diese Diskussion das nächste Mal, weiß ich, vielleicht zweitausendein eben die Situation angepasst hat und man dann eben diskutieren muss, das ist jetzt vielleicht etwas anders, ob man einfach mit einem Freund, den man gerade gesehen hat, noch mal 2 Stunden auf WhatsApp telefoniert oder chattet oder ob man mit dem Trainer oder Trainerin abmacht, wo man dann morgen hin muss, um da so klar so die Aufgaben zu klären. Ja, ich bin gespannt auf die nächste Folge. Wir werden in der nächsten Folge dann ganz sicher auch noch über Fortnite sprechen, wir werden über WhatsApp sprechen, über Klassenchats werden wir sprechen. Also all die Sachen, die eben in diesem Alter dann wirklich vielleicht noch über Brawl stars und solche Spiele, die dann vor allem eben in diesem Primaralter dann ganz spannend werden. Ich möchte dich auch aufrufen, dazu noch deine Fragen mir zukommen zu lassen. Also es gehst ja immer, da sind ja drei, vier Wochen dazwischen, bis die nächste Folge kommt und du hast die Möglichkeit mit deinem Input oder mit deiner Frage quasi die nächste Folge ganz klar zu beeinflussen. Ich würde mich also freuen, von dir zu hören. Du hast die Möglichkeit, Kommentarspalte zu nutzen, auf YouTube zu kommentieren oder eben über den Infra Umfrage Link, der auch verlinkt ist in der Beschreibung des Podcasts, mir ganz anonym deine Frage zu übermitteln.

00:32:57
Ich möchte mich bei dir bedanken, dass du bis zum Schluss dabei geblieben bist und wünsche dir eine gute Zeit. Bis dann, tschüss.

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